













Der Atmende Schwarze Schwarm Kollektive Performance aus Atem, Stimme und Bewegung im Rahmen von Neue Gäste VIII Kulturkombinat Perleberg · 6. September 2026 Fotografie & Video: Jan Wuttke
Der Atmende Schwarze Schwarm
Neue Gäste VIII · Kulturkombinat Perleberg · 6. September 2026
Am 6. September 2026 entstand im Kulturkombinat Perleberg für etwa 45 Minuten ein atmender, lebendiger Körper.
Sieben Menschen begegneten sich in Atem, Stimme und Bewegung. Aus einzelnen Körpern, einzelnen Atemzügen und Tönen entwickelte sich allmählich ein gemeinsamer Rhythmus – eine Klangwolke, die sich durch den Raum bewegte und ihn scheinbar vollständig ausfüllte.
Der Atmende Schwarze Schwarm ist eine Performance, die nicht einfach aufgeführt wird. Sie entsteht im gemeinsamen Tun und Wahrnehmen. Die Grenzen zwischen den einzelnen Körpern beginnen sich aufzulösen, ohne dass ihre Individualität verschwindet. Bewegung wird zu Resonanz, Atem wird hörbar, Stimme wird zu Raum.
Dabei ist der Klang nicht nur hörbar, sondern körperlich erfahrbar: als Schwingung im Raum, als Resonanz im eigenen Körper und als etwas, das zwischen den Menschen entsteht und sich von einem Körper zum nächsten fortsetzt. Auch wer nicht Teil des Schwarms wird, befindet sich in seinem Resonanzraum.
Für die Teilnehmenden ebenso wie für die Betrachtenden wird die Performance zu einem immersiven Moment. Man ist nicht nur dabei, sondern befindet sich mitten in einem Geschehen, dessen Form sich fortwährend verändert. Der eigene Körper wird Teil einer Wahrnehmung, die sich nicht eindeutig zwischen innen und außen, zwischen eigenem und gemeinsamem Erleben verorten lässt.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Qualität dieses Schwarms: Er lässt sich nicht vollständig erklären. Er muss erfahren werden.
Es war, als wäre da etwas unter dem Himmel, das man nicht ganz versteht.
Ein besonderer Teil dieser Erfahrung war die behutsame Begleitung der Performance durch den Fotokünstler Jan Wuttke. Mit großer Sensibilität hat er den Schwarm fotografisch und filmisch begleitet. Seine Bilder und Videos dokumentieren den Moment nicht einfach, sondern geben ihm eine eigene Form. Sie machen Nähe, Bewegung, Konzentration und die eigentümliche Präsenz des Geschehens sichtbar.
So setzt sich die Performance über ihren Augenblick hinaus fort: im Bild, im Ton, in der Erinnerung – und vielleicht auch in dem Körpergefühl, das zurückbleibt, wenn ein gemeinsamer Körper sich wieder in einzelne Menschen auflöst.






Vorher und Nachher
Der Schwarm beginnt nicht erst mit dem ersten Ton und endet nicht mit dem letzten Atemzug. Körper und Stimme werden zunächst langsam geweckt, die Wahrnehmung richtet sich nach innen und zugleich auf die anderen. Es entsteht ein Raum des Vertrauens und der Aufmerksamkeit, in dem sich die gemeinsame Erfahrung entwickeln kann.
Nach der Performance bleibt noch einen Moment Stille. Nacheinander berühre ich sanft den Rücken der Teilnehmenden – ein kleines Zeichen, dass sie die Augenbinde abnehmen und langsam zurückkehren können.
Das Auftauchen geschieht behutsam. Aus dem gemeinsamen Körper werden wieder einzelne Körper. Aus der Klangwolke wird Stille. Der Raum, die Umgebung und schließlich die sogenannte Realität kehren zurück.
Danach nehmen wir uns Zeit für eine kleine Feedbackrunde. Das Erlebte darf noch einmal in Worte finden, was zuvor vor allem über Körper, Atem und Klang erfahren wurde.
Auch diese Momente des Ankommens und Zurückkehrens gehören für mich zum Atmenden Schwarzen Schwarm. Sie halten den Raum, in dem Gemeinschaft für einen Moment entstehen und sich anschließend wieder auflösen kann.













BODY PARTS
Lydia Klammer
Bodyparts untersucht den Körper als fragmentierte, begehrte und zugleich normierte Oberfläche.
Die Fotografien zeigen Ausschnitte des Körpers, die ihrer eindeutigen Lesbarkeit teilweise entzogen werden. Haut, Kontur, Faltung und Struktur erscheinen als eigenständige bildnerische Formen. Der Körper wird zum Fragment, zur Oberfläche, zur Landschaft – und damit auch zum Ort eines unsicheren Blicks. Was genau wird betrachtet? Was wird als schön erkannt, was als erotisch, was als fremd?
Die Arbeit bewegt sich dabei zwischen der Tradition des weiblichen Aktes und den Strategien feministischer Körperkunst. Während der idealisierte Akt den Körper als harmonisches Ganzes etabliert, setzt Bodyparts auf Fragmentierung und Ambivalenz. Der Körper wird nicht als geschlossenes Objekt angeboten, sondern als Material, dessen Bedeutung sich mit dem Blick verändert.
Im Verlauf der Arbeit verschiebt sich diese Wahrnehmung. Einige Fotografien zeigen Spuren der Alterung deutlich: Fältchen, veränderte Hautstrukturen, Hände, Hals und andere Körperpartien werden zu sichtbaren Einschreibungen von Zeit.
Alter erscheint hier nicht als biografische Information, sondern als Materialität des Körpers.
Die Falte wird zur Störung einer glatten Körperästhetik. Sie verweist auf Vergänglichkeit, Endlichkeit und die materielle Beschaffenheit des Körpers. In diesem Sinn berührt Bodyparts das kunsttheoretische Feld der Abjektion: Nicht das vermeintlich Hässliche steht im Zentrum, sondern jene körperlichen Zustände, die aus einer kulturellen Ordnung des Schönen und Begehrenswerten ausgeschlossen werden.
Dabei geht es nicht um eine Gegenüberstellung von Schönheit und Hässlichkeit. Die Arbeit fragt vielmehr danach, wie diese Kategorien überhaupt hergestellt werden.
Wann gilt ein Körper als begehrenswert? Wann wird eine Oberfläche zum Makel? Wann darf ein Körper sichtbar sein – und wann soll er aus dem Bild verschwinden?
Bodyparts richtet den Blick auf einen Körper, der sich diesen eindeutigen Zuschreibungen entzieht. Jugend und Alter, Lust und Abwehr, Schönheit und Irritation existieren nebeneinander. Das fotografische Fragment wird dabei zu einer Form der Selbstermächtigung: Der Körper muss nicht als idealisierte Einheit erscheinen, um sichtbar, erotisch oder präsent zu sein.
Der alternde Körper wird nicht versteckt und nicht idealisiert.
Er wird Bild.
Bodyparts macht aus der Spur der Zeit keine Niederlage, sondern eine visuelle Präsenz – und stellt damit die Frage, wem Sichtbarkeit, Schönheit und Begehren zugestanden werden.

atmender schwarzer Schwarm
atmender schwarzer Schwarm
Der Schwarze Schwarm atmet.
Ab dem Frühjahr 2026 bewegt sich ein Kollektiv von Körpern durch mehrere Städte Deutschlands – Rostock, Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und Perleberg.
Eine flüchtige Skulptur aus Atem, Klang und Bewegung.
Menschen in Schwarz, verbunden durch den Rhythmus des Körpers, verwandeln den öffentlichen Raum in ein lebendiges, atmendes Feld.
Die Performance dauert ca. 45 Minuten.
Teilnehmende sind eingeladen, schwarze Kleidung zu tragen – als sichtbares Zeichen des gemeinsamen Körpers.
Keine Vorkenntnisse nötig – nur die Bereitschaft, sich einzulassen.
Der genaue Treffpunkt und die Uhrzeit werden rechtzeitig auf PARTICIPATE PERCEIVE bekannt gegeben.
2026 Performance "Der atmende schwarze Schwarm" / Heiligen-Geist-Kirche Rostock / Fotos: Thomas Häntzschel
















2026 Performance "Der atmende schwarze Schwarm" / Warnow Valley Frühlingsfestival / Rostock / Fotos: Florian Glaubitz










man is a disc Deutschland

2025, Ostseestrand und UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte
in Zusammenarbeit mit: Salve e.V., Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Alvaro Garcia, RM Filmstudios und
Marcus Alexander Gwiasda
man is a disc Deutschland
Am Ostseestrand und im Weltkulturerbe Völklinger Hütte entstand mit man is a disc Deutschland ein Raum für Erfahrung, der zugleich zart, intensiv und transformierend war.
27 Menschen traten ein in eine Performance, die Sicht, Körper und Wahrnehmung neu verband. Ihre Stimmen klingen nach: „Ich war plötzlich frei.“ – „Es war ein Geschenk für mein Herz.“ – „Alles war still.“
Das Projekt ist Teil der internationalen Reihe man is a disc – und zeigt, wie Kunst uns miteinander, mit Orten und mit uns selbst in Resonanz bringen kann.
…
man is a disc Germany
At the Baltic Sea and within the UNESCO World Heritage Site Völklinger Hütte, man is a disc Germany created a space of experience that was both delicate, intense, and transformative.
27 people entered a performance that reconnected vision, body, and perception. Their voices still resonate: “I suddenly felt free.” – “It was a gift for my heart.” – “Everything became still.”
The project is part of the international series man is a disc – showing how art can bring us into resonance with each other, with places, and with ourselves

Laufsteg des Lebens

Foto: Markus Niessner
Performance
2025, Kunstverein Wagenhalle/Projektraum, Stuttgart
in Zusammenarbeit mit: Kestutis Svirnelis
Fotos: Marcus Alexander Gwiasda










„Laufsteg des Lebens“
Performance-Installation von Lydia Klammer (Performance) & Kęstutis Svirnelis (kinetische Objekte)
In „Laufsteg des Lebens“ begegnet der menschliche Körper einem Parcours aus bewegten Objekten, Materialien und Elementen, die sich zu einem symbolischen Lebensweg verdichten. Zwischen Berührung und Abstoßung, Transformation und Widerstand entfaltet sich ein poetisches Spiel mit Identität, Fremdheit und Körpergrenzen. Die kinetischen Skulpturen von Kęstutis Svirnelis reagieren sensibel auf die Bewegungen der Performerin Lydia Klammer und erzeugen so ein dialogisches Spannungsfeld aus Kontrolle, Hingabe und Konfrontation. In sieben ineinander übergehenden Szenen durchschreitet die Performerin Stationen eines imaginären Lebenslaufs – von Geburt bis Auflösung. Eine körperlich-archaische Reise durch das Sichtbare und Unsichtbare des Daseins.
DER FLUSS
Performance
2025, Museum Dokumentations- und Gedenkstätte ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt, Rostock
in Zusammenarbeit mit Herbert Hundrich
Musik: Theo Jörgensmann
Fotos: Thomas Häntzschel





DER FLUSS
In der 15-minütigen Performance entfaltet sich eine eindrucksvolle Auseinandersetzung mit Körper, Materialität und historisch aufgeladener Architektur.
Im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Rostock durchquert die Performerin langsam den schmalen Flur – begleitet von der live improvisierten Musik Jörgensmanns. Mit jedem Schritt enthüllt sie einen 30 Meter langen Umhang, gefertigt aus goldenen Rettungsdecken und zu Hemden geformt (Hundrich). Der Umhang, Symbol von Schutz und zugleich Last, entwickelt sich zunehmend zum Widerstand – körperlich wie metaphorisch.
Die anfänglich aufrechte, fast schwebende Bewegung transformiert sich sichtbar unter dem zunehmenden Gewicht des Materials: Der Gang wird brüchig, der Körper gebogen, bis hin zum finalen Zusammenbruch.
Schwarz gefärbte Finger- und Zehenspitzen sowie eine Perücke mit ins Gesicht geflochtenen Zöpfen, die an einen Bart erinnern, dekonstruieren Geschlecht, Identität und Autorität – und werfen Fragen nach Selbstbild und Zuschreibung auf.
Eine dichte, performative Choreografie des Erinnerns, die Körper und Raum gleichermaßen spricht.
Muschis internationale
Performance
2025, Kunsthalle - Museum für zeitgenössische Kunst, Rostock

In „Muschis Internationale“ verbindet die Performerin provokanten Humor mit ästhetischer Reflexion und schafft so eine einzigartige, interaktive Erfahrung. Gekleidet in einem weißen Overall mit dem markanten Schriftzug und ausgestattet mit einem Bauchladen, der Bilder und originelle Lollis präsentiert. Jedes Verkaufsobjekt lädt zur Auseinandersetzung mit Intimität und gesellschaftlichen Tabus ein.


THE ARTIST MUST BEAUTIFUL
Performance
2024, Dezernat 5, Schwerin + Wagenhalle, Stuttgart



THE ARTIST MUST BEAUTIFUL
Im Zentrum von “THE ARTIST MUST BE BEAUTIFUL” steht eine interaktive Performance, die in Verbindung mit einer Videoinstallation als ein kohärentes Gesamtkunstwerk verstanden werden muss. Diese Installation erweitert die Grenzen der Selbstdarstellung und fordert die Rezipienten aktiv dazu auf, in den kreativen Prozess einzugreifen. Die Videoinstallation zeigt die Künstlerin in einem Akt der liebevollen Selbstzuwendung, während sie sich zart über die Haut streicht und ihr Haar mit Sorgfalt pflegt. Diese ruhige und introspektive Darstellung bildet den Ausgangspunkt für eine interaktive Performance, die das Verhältnis zwischen Künstler, Werk und Betrachter neu verhandelt.
man is a disc sweden
Performance/Videokunst
2024, Växjö, Skårtaryds Naturreservat & Bilkyrkogården, Ryd, Schweden
künstlerische Leitung/Videoschnitt: Lydia Klammer
Kamera: Mic Calvert



„man is a disc“ wird als 4-Länder-Kunstprojekt (Chile, Griechenland, Schweden, Deutschland) inszeniert.
Das Nest
Performance
2024, Kulturgarten Brüel
Foto: Herbert Hundrich










In einem üppigen Garten liegt ein Nest aus goldenem Stroh, umgeben von Kirschbäumen. Fünf Menschen in verschiedenfarbigen Ganzkörperanzügen ruhen im Nest, jeder wie ein Ei, sie verkörpern die Gemeinschaft und das Potenzial des Neuanfangs.
Die Performer beginnen langsam, sich mit Scheren aus ihren Anzügen zu befreien. Jeder Schnitt ist eine symbolische Handlung der Befreiung und Reinigung.
ALIEN-NATION
Performance
2024, öffentlicher Raum
Foto: Lars Heidemann

In „Aliennation“ wird die Entfremdung der Menschheit von der Natur auf groteske und humorvolle Weise erforscht. Eine einsame Performerin in einem grünen Ganzkörperanzug durchquert ohne Publikum im öffentlichen Raum eine Reihe von Spots und wird dabei fotodokumentarisch begleitet.
Die Reise führt sie durch unterschiedliche Landschaften: eine weite Wiesenlandschaft, einen dichten Wald und ein offenes Feld. Auf allen Vieren bewegt sie sich durch die Umgebung, ihre skurrilen Bewegungen erzeugen eine surreale Atmosphäre.
Durch „Aliennation“ wird die zunehmende Entfremdung der Menschheit von der Natur thematisiert. Die Performerin verkörpert eine fremdartige Figur, halb Mensch, halb Natur, deren Bewegungen und Erscheinung grotesk und dennoch humorvoll sind. Während sie die Landschaften erkundet, entsteht eine künstlerische Reflexion über die Rolle des Menschen in der Natur und die Auswirkungen der modernen Zivilisation auf unsere Beziehung zur Umwelt.
Die Performance wirft Fragen nach der Authentizität und Echtheit unserer heutigen Beziehung zur Natur auf . „Aliennation“ läd das Publikum ein über die menschliche Distanzierung von seiner natürlichen Umgebung nachzudenken.
An vollen Töpfen verhungern
Performance
2024, Kulturgarten Brüel und CUBIC Artspace Greifswald
Foto: Heiner Beisert

Die Performance „An vollen Töpfen verhungern““ ist eine eindringliche Darstellung, die die Verbindung zwischen dem Individuum und seiner Umwelt untersucht. Die Performerin trägt einen weißen Ganzkörperanzug, der sie fast vollständig bedeckt, wobei lediglich ein kleines Loch an der Stelle des Mundes bleibt. Vor ihr steht ein Tisch, auf dem sich ein Teller mit Spinat, Kartoffelbrei und einem Spiegelei nebst Besteck befindet.
Inmitten einer surreal anmutenden Szenerie, gekennzeichnet durch eine unkonventionelle Anordnung von skurrilen Gegenständen an einer weißen Wand, darunter Buchstaben ohne Sinn, ein goldener Käfer, Origamifalter, ein Keramikbild mit einem Eichhörnchen und ein Neoneinhorn, beginnt die Performerin die Herausforderung, Nahrung aufzunehmen.
Mit Messer und Gabel versucht sie verzweifelt, die Nahrung durch das winzige Loch an ihrer Mundöffnung zu transportieren, was jedoch aufgrund der Größe der Öffnung zu einer mühsamen und frustrierenden Aufgabe wird. Ihre Zunge kämpft sich durch die Enge, um einen kleinen Vorgeschmack zu erhaschen.